Montag, 25. Februar 2013

NEBENSACHE BUNDESLIGA


Mönchengladbach – Die beiden Borussias aus Dortmund und Mönchengladbach trennen sich in einem langsamen Spiel mit 1:1 unentschieden. Für den amtierenden Meister ist der Meisterschaftszug damit endgültig abgefahren, während die Gladbacher nach dem Ausscheiden im Europapokal einen Achtungserfolg feiern konnten. Bei den Dortmundern ist man deswegen froh, dass sich niemand verletzt hat. Der Fokus liegt bereits auf dem DFB-Pokalspiel am Mittwoch gegen den Hauptkonkurrenten aus München.

Sebastian Kehl ist in der jungen Dortmunder Mannschaft nicht nur der Erfahrenste, sondern ebenfalls auch Leitwolf und Kapitän. Trotzdem stand der 33-Jährige in seiner bisherigen Karriere selten im Mittelpunkt des Geschehens, geschweige denn avancierte er zum Matchwinner. Heute hätte er dann doch mal die Chance gehabt, aber in der letzten Aktion des Spiels gegen Borussia Mönchengladbach gelang es ihm nicht, den Ball aus kürzester Distanz im leeren Tor ter Stegens unter zu bringen. So trennten sich die beiden Borussias mit einem trostlosen Unentschieden, welches beiden Mannschaften tabellarisch nicht in vordere Regionen pulverisiert, ein Rückschritt hingegen auch nicht darstellt. Die Träume der Meisterschaftsverteidigung sind in Dortmund ohnehin längst begraben.























Dortmunds Marco Reus (r.) kämpft an alter Wirkungsstätte mit Gladbachs 19-Jährigem Torschützen Amin Younes (l.) um den Ball. Foto: Olaf Kozany / Torfabrik.de

Gladbachs Trainer Lucien Favre möchte dagegen gerne wieder ins internationale Geschäft, aus dem man sich am Donnerstagabend noch mit einem schwachen Auftritt bei Lazio Rom verabschiedete. Favres Kollege Klopp hatte ganz andere Sorgen: Nicht die Frische dürfte den Dortmundern gefehlt haben, sondern ein echter Stürmer. Nachdem Robert Lewandowskis Sperre von drei Spielen beim Sportgericht bestätigt wurde und dessen Vertreter Julian Schieber gegen die Frankfurter Eintracht ebenfalls vom Platz gestellt wurde, musste der Dortmunder Trainer im Sturmzentrum umbauen. Letztendlich erfüllte Mario Götze wie bereits im DFB-Länderspiel gegen die Elftal die vakante Position und traf gleich zum Führungstreffer per an ihm selbst verursachten Foulelfmeter (31. Minute). Der Ex-Gladbacher Marco Reus hatte ihn zuvor perfekt bedient. Im Mittelfeld spielte die Hereinnahme Leitners als zusätzlichen offensiven Mittelfeldspieler dem Dortmunder Ballbesitzt in die Karten (Letztlich fehlte es aber vor allem im letzten Offensivdrittel, diesen auch effektiv einzusetzen. Die Gladbacher konnten von fehlender Effektivität nur träumen. Ihr erster Torschuss fiel erst in der 55. Minute. Der junge Amin Younes, ausgebildet in der eigenen Jugend und erst mit seinem zweiten Pflichtspieleinsatz von Beginn an, gab ihn ab und war gleichzeitig der einzige Offensivakteur, der bei Gladbach zu überzeugen wusste.

In der zweiten Halbzeit änderte sich am Spielverlauf wenig, auch wenn Klopp den angeschlagenen Hummels herausnehmen musste. Die Dortmunder müssen sich schlussendlich den Vorwurf gefallen lassen, nicht zielstrebig an der Entscheidung gearbeitet zu haben. Können aber erwidern, dass Gladbach offensiv eigentlich nicht stattfand. So fiel der Ausgleich auch durch einen Zufall: Unverhofft kam nach Aussetzer von Dortmunds Innenverteidiger Neven Subotic, der offenbar von einer Abseitsstellung des eingewechselten Luuk de Jongs ausging, der erst 19-Jährige Younes zum Abschluss und überwand Roman Weidenfeller mit einem abgefälschten Schuss (67.). In der Schlussphase nahm die Dortmunder Pressing –und Spielintensität zunehmend, womöglich auch mit Gedanken an das Pokalviertelfinale gegen Bayern München, ab. Bis zur letzten Minute, als erst der eingewechselte Peniel Mlapa nach tollem Lochpass das unverdiente 2:1 auf dem Fuss hatte, jedoch nur das Außennetz traf und nur wenig später Sebastian Kehl nach toller Einzelleistung Mario Götzes die Dortmunder trotz bester Gelegenheit nicht zum Sieger des Borussenduells schießen konnte. 

Text: Frederic Zauels (C) 

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