Dienstag, 10. September 2013

HUMMELS NACH LÄNDERSPIEL UND KLOPP-SCHELTE IN DER KRITIK


HAMBURG. Auch heute Abend vertraute Jogi Löw ihm nicht. Stattdessen liefen Jerome Boateng und Per Mertesacker auf den windigen Färöer-Inseln auf. Doch heute präsentierte sich der 24-Jährige den ohnehin nicht so zahlreich erschienenen Medien nicht schon demonstrativ vor dem Anpfiff der Partie auf der Ersatzbank der DFB-Elf, als wolle er die Entscheidung Löws als überraschend darstellen. Ganz im Gegenteil ist Löws Nichtnominierung die logische Konsequenz des schwachen Saisonstarts vom Dortmunder. 
 
Mats Hummels schaut skeptisch. Er sitzt alleine auf der Ersatzbank des DFB beim Qualifikationsspiel zur Weltmeisterschaft gegen Österreich. Foto: Lorenz Baader via Bild.de

Nicht nur in der Nationalmannschaft ist der Dortmunder zurzeit außen vor. Auch im Verein droht ihm Rückenwind. Jürgen Klopp nahm seinen Schützling bei der Partie in Frankfurt zur Pause raus. Zu viele Stellungsfehler fabrizierte der in der letzten Saison noch sichere Hummels. Handelte sich zudem eine gelbe Karte ein. Es war nicht der erste Fingerzeig vom Dortmunder Trainer gegenüber seinem Spieler. Schon in der laufenden Woche monierte der Übungsleiter lautstark, dass Hummels die Übung nicht mit der notwendigen Leistung absolviere. Hummels widersprach. Dabei scheinen die Probleme des gebürtigen Müncheners hausgemacht. Bereits in der letzten Saison zeigte er vor allem zu Beginn eklatante Abstimmungsschwierigkeiten mit seinem Partner Subotic. Verzettelte sich oftmals in unnötigen Aktionen und verlor den Ball. Weil Klopp seit dieser Saison in Sokratis einen starken Ersatz hat, spielt der Grieche, wenn einer seiner Stammverteidiger schwächelt. Die Wohlfühloase Dortmund mit sicheren Stammplätzen gibt es nicht mehr.

Klopp möchte offenbar auch das Spiel von Hummels variieren. Der 25-fache Nationalspieler soll einfacher, sicherer spielen. Seine gefürchteten Pässe, die oftmals das Spiel eröffnen aber gleichzeitig risikoreich sind, weniger einstreuen. In Ilkay Gündogan und Nuri Sahin hat Klopp zwei andere Spieler für diesen Job auserkoren. Die noch eine Linie höher stehen und deshalb direkter die Dortmunder Spitzen einsetzen können. Hummels gefällt das nicht. Genauso wenig wie die lobenden Worte für seinen Konkurrenten Jerome Boateng., welcher sich „in einigen Belangen deutlich verbessert habe“. 

Joachim Löw und Jürgen Klopp wissen aber, was sie an dem filigranen Spieler haben. Löw wollte nach dem Spiel gegen Österreich nochmal ausdrücklich betonen, dass er „ein großer Fan der Qualitäten von Hummels sei“. Auch Klopp wird wohl auf kurz oder lang nicht auf die öffnenden Pässe des Innenverteidigers verzichten wollen. Die derzeitigen Degradierungen Hummels dürften aber für den ehemaligen Bayernspieler ein wichtiges Indiz sein. Auf den Vorschusslorbeeren der vergangenen Saison darf sich nicht ausgeruht werden. Die Konkurrenz in der Nationalmannschaft wie auch bei der Borussia ist groß und die von seinen Trainern  geforderte Konstanz demnach enorm wichtig.


Text: Frederic Zauels, Fotos: siehe Bildunterschrift

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